Richtung Schmerzpunkt

unterwegs...

Anleitung

1. Durchlaufe die fünf verschiedenen Stationen der Reihenfolge nach,
indem du die Aufgaben und Aktionen bearbeitest.

2. Halte deine Gedanken schriftlich fest.

3. Wenn du mit einer Station nichts anfangen kannst oder die Fragen nicht
beantworten möchtest, gehe einfach über zur nächsten Station.

4. Suche dir einen ruhigen Platz „im Grünen“, an dem du für ca. eine Stunde
nicht abgelenkt bist/wirst.

5. Wir wünschen dir eine erkenntnisreiche und segensreiche Zeit!

6. Wir treffen uns um 15.30 Uhr am Grindelhaus

HINSEHEN
Station 1

  • a) AUFGABE – Station 1

    Führe dir folgende drei Szenarien (A-C) vor Augen und halte sie stichpunktartig fest.
  • Szenario A:

    In welchen Situationen bist du mal so richtig emotional aus der Rolle gefallen (z.B. hast dich verteidigt, wütend oder aufgebracht reagiert oder hast dich verletzt oder beleidigt zurückgezogen)?
  • Szenario B:

    Erinnerst du dich an die letzten 2 - 3 Situationen, an denen dir die Tränen kamen? Was hat dich zum Weinen gebracht?
  • Szenario C:

    Du hast dich intensiv für ein Projekt (in Gemeinde oder Berufskontext) engagiert, viele Stunden investiert und dich mit Herzblut eingesetzt. Nun steht die Präsentation an (im „Gemeindegremium“ oder auf der Dienstbesprechung). Was müsste jetzt passieren, dass du …
  • … währenddessen die Fassung verlierst, wütend oder aufgebracht reagierst oder (fluchtartig) den Raum verlässt? ODER
  • … im Anschluss das Projekt verletzt an den Nagel hängen möchtest?
  • b) AKTION – Station 1

    Suche dir einen Stein als Symbol für deine genannten Situationen, Herausforderungen und Schwachpunkte.

ERKENNEN
Station 2

  • a) AUFGABE – Station 2

    Schaue dir die verschiedenen Situationen noch einmal an, die du zusammengetragen hast.
  • Entdeckst du Parallelen oder einen gemeinsamen Nenner bei mehreren Situationen (Gefühl, Beweggrund, Auslöser und/oder Ursachen)?
  • Notiere dir die erkannten Ähnlichkeiten.
  • b) AKTION – Station 2

    Schreibe die größte Gemeinsamkeit deiner erlebten Situationen auf einen Zettel.
  • Wickle den Stein in diesen Zettel ein (Schrift zeigt nach innen).

VERSTEHEN
Station 3

  • a) AUFGABE - Station 3

    Was liegt diesen Gefühlen, Beweggründen, Auslösern oder Ursachen zugrunde?
  • Was ist dein zugrundeliegendes Bedürfnis dahinter? (z.B. Anerkennung, Aufmerksamkeit, Harmonie, Perfektion, …)
  • Was ist deine zugrundliegende Angst dahinter? Was willst du schützen? (z.B. Angst vor Versagen oder Scheitern, vor Ablehnung, vor Bloßstellung? Angst davor, das „Gesicht zu verlieren“, was andere über dich denken, die Kontrolle zu verlieren, Verlustängste, …)
  • b) AKTION - Station 3

    Schreibe deine größte Angst und/oder dein größtes Bedürfnis auf das Papier, in das der Stein eingewickelt ist.

ANNEHMEN
Station 4

  • a) AUFGABE – Station 4

    Wohin mit diesen Ängsten, „schweren Gefühlen“, dem unangenehmen Blick in den Spiegel – deinen Schmerzpunkten?
  • Höre dir das Lied an: „Mein Raum wird weit“
  • Mein Raum wird weit (Text)

    In alten Mustern leben, in engen Zwängen gehen, die wohlvertrauten Schmerzen überseh’n. Wenn mich jemand angreift, ich gekonnt nur ausweich, weiß ich ganz tief drinnen, ich verlier‘. Wo find ich Raum für all‘ die Fragen, die wie ein Spiegel mich erkennen lassen Spuren aus dem, was ich erlebt.

    Nichts und niemand hält mich aus, wenn ich meine Hand zur Faust, wenn ich meinen Mund zum Fluch gebrauch‘. Im Scheitern bin ich gut und doch heb‘ ich meine Hände auf in tiefem Fleh’n zu dir, mein Gott. Wo find‘ ich Raum für all‘ die Tränen, die ungeweint in mir, einfach keinen Weg mehr finden, die versiegen und erfrier’n.

    Gott … Gott mein Gott …

    Mein schwach sein und mein Versagen geb‘ ich dir, du kennst die vielen Wunden, du bist hier, mein Raum wird weit … vor deinem Kreuz …

    Zu meinen Grenzen stehen, den Schmerzpunkt auch mal akzeptier’n, was hab ich zu verlieren, wenn meine Kraft der Himmel ist. In Tiefen bleibt die Hoffnung, im Fallen die Vergebung, der im Himmel wohnt bleibt doch mein Weg und auch mein Ziel. Dort find‘ ich Raum für all‘ die Kämpfe, für Stille und Gebet, ich lasse los und bleibe geliebtes Gotteskind!

    Gott … Gott mein Gott …

    Mein schwach sein und mein Versagen geb‘ ich dir, du kennst die vielen Wunden, du bist hier, mein Raum wird weit … mein schwach sein und mein Versagen geb‘ ich dir, du kennst die vielen Wunden, du bist hier, mein Raum wird weit … vor deinem Kreuz … mein Raum wird weit … vor deinem Kreuz … vor deinem Kreuz …

  • b) AKTION – Station 4

    Befreie den Stein vom Papier und zerreiße es in kleine Stücke. Schmeiß die Papierschnipsel in einen Mülleimer in deiner Nähe.
  • Schaue dir nun das Kärtchen an – einen symbolischen Zuspruch Gottes an dich

LOSLASSEN
Station 5

  • a) AUFGABE – Station 5

    Was möchtest du „am Kreuz“ lassen? Formuliere dies in 1-2 Sätzen, die du an Gott richtest.
  • b) AKTION – Station 5

    Lege dir (aus Steinen, Zweigen o.ä.) ein kleines Kreuz auf den Boden und lege deinen Stein nun symbolisch vor dem Kreuz ab. Du darfst sicher sein: Gott hört, ermutigt, tröstet – und er kann heilen!
  • Gehe nun zurück zum Grindelhaus.