

Aufbruch
1. Etappe: Selbsterkenntnis und Würdigung

Deine Reise beginnt mit einem ehrlichen Blick nach innen. Du erkennst, dass sich Deine Identität nicht auf Leistung oder Ansehen gründet, sondern auf der Würde, die Dir von Gott zugesprochen ist. In dieser ersten Etappe entdeckst Du, wer Du bist: ein von Gott geliebter Mensch – einzigartig und in Deiner Persönlichkeit als „Kind Gottes“ wunderbar geschaffen. Diese Erkenntnis wird zum Fundament, auf dem Deine weitere Entwicklung aufbaut.
In Bezug auf unsere Identität begegnen wir häufig inneren Blockaden und verzerrten Gedankenmustern:
- Oberflächlichkeit: Du bleibst eher bei allgemeinen Aussagen stehen und vermeidest den ehrlichen Blick auf Deine Identität.
- Selbstkritik statt Wertschätzung: Du fokussierst auf Defizite und blendest Stärken aus.
- Vergleich mit anderen: Du misst Deine Identität am Profil anderer Leiterinnen und Leiter und verlierst Deinen eigenen Wert aus dem Blick.
- Wunsch nach Bestätigung: Du machst Dein Selbstbild vom Feedback anderer abhängig.
- Leistungsdenken: Du definierst Dich über Taten und Erfolge anstatt über Dein Sein.
Doch genau hier – bei Dir selbst – beginnt die Veränderung. Auf dieser Etappe entdeckst Du, was Gott in Dich hineingelegt hat, und wie Du es würdigen kannst:
- Tiefe Identität in Gott: Du erkennst Dich als sein Kind, Teil von Gottes Schöpfung und wunderbar gemacht in seinen Augen.
- Ganzheitliches Selbstbild: Du siehst Licht und Schatten – und kannst beides als Teil von Dir annehmen.
- Dankbarkeit: Du beginnst, Dich selbst und Deine Lebensgeschichte als Geschenk zu würdigen.
- Authentizität: Du trittst klarer, echter und ohne Masken in Führungssituationen auf.
- Innere Freiheit: Du entlarvst hinderliche Glaubenssätze und ersetzt sie durch Gottes Wahrheit über Dich.
Diese Etappe ist das Fundament. Ohne sie fehlt Dir die Klarheit, die Du brauchst, um authentisch, kraftvoll und in Deiner Berufung zu führen.
Diese Etappe ist ein Aufbruch nach innen. Du lernst Dich selbst und Deine einzigartige Identität besser kennen und bewusst zu würdigen. Nicht als Projekt zur Optimierung, sondern als eine von Gott gewollte Persönlichkeit. Dies ist nicht nur ein psychologischer Prozess, sondern auch ein geistlicher Weg: Wer bist Du wirklich? Und wie sieht Gott Dich?
Psalm 139 beschreibt diese tiefe Wahrheit in eindrucksvollen Worten:
„Du hast alles in mir geschaffen,
mich im Leib meiner Mutter geformt.
Ich danke Dir, dass Du mich so herrlich
und ausgezeichnet gemacht hast!
Wunderbar sind Deine Werke,
das weiß ich wohl. (…)
Wie kostbar sind Deine Gedanken über mich, Gott!
Es sind unendlich viele.“
(Psalm 139, 13-17, Auswahl)
Diese Sichtweise ist der Ausgangspunkt für alles Weitere. Ist Dir tief im Herzen bewusst, dass Du wunderbar gemacht bist und dass Deine Identität nicht von Leistung, Anerkennung oder Perfektion abhängt? Du bist einzigartig, mit Stärken und Schwächen, mit Prägungen und Potenzial.
In dieser Etappe öffnet sich ein Raum für ehrliche Auseinandersetzung und innere Neuausrichtung. Du wirst Dich dabei folgenden Fragen stellen:
- Identität: Wer bist Du wirklich, unabhängig von Rollen oder Erwartungen? Welche einzigartigen Gaben und Stärken hat Gott Dir geschenkt?
- Persönlichkeit: Was macht Dich als Mensch und Leiter beziehungsweise Leiterin aus? Welche Merkmale prägen deinen persönlichen Stil als Mensch und als Führungspersönlichkeit?
- Herausforderungen: Welche Glaubenssätze, Verletzungen oder Muster halten Dich zurück?
- Motivation: Welche Sehnsüchte und Visionen schlummern in Dir, vielleicht schon lange?
Du beginnst, Dich selbst mit Gottes Augen zu sehen: nicht als Fehlerwesen mit Potenzial, sondern als kostbares Gegenüber mit Würde und Auftrag.
Selbsterkenntnis entsteht nicht durch Zufall. Sie braucht Zeit, Mut und gezielte Schritte. In dieser Etappe wirst Du mit konkreten Werkzeugen und Methoden arbeiten, um ein tieferes Verständnis Deiner Identität zu gewinnen und sie aus Gottes Sicht zu würdigen.
Deine Persönlichkeit erforschen
- Du nimmst Dir bewusst Zeit zur Reflexion: Wer bin ich? (Identität) Was kann ich und was nicht? (Fähigkeiten und Grenzen) Was will ich und was nicht? (Grundsätze und Ziele)
- Werkzeuge zur Persönlichkeitsanalyse wie DISG oder BIP (Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung) helfen Dir, Deine Stärken, Grenzen und Potenziale zu erkennen.
- Mit Methoden wie dem Zürcher Ressourcenmodell oder dem Lebensrad identifizierst Du innere Antreiber und bekommst ein ganzheitliches Bild von Dir selbst.
- Zielorientiertes Arbeiten lernst Du beispielsweise über SMART-Ziele, die Kanban-Methode oder ein persönliches Visionboard, um Wünsche in konkrete Schritte zu übersetzen.
- Du entwickelst ein neues Verständnis für Selbst-Bewusstsein und trainierst Gehobene Gestimmtheitund eine positive Grundhaltung.
Deine Identität im Licht Gottes erkennen
- In Gebetszeiten, Lobpreis und geistlicher Reflexion öffnest Du Dich für Gottes Sicht auf Dich.
- Du hörst biblische Impulse, die Deine Identität als Gottes geliebtes Kind stärken.
- In geschützter Gemeinschaft kannst Du Ermutigung empfangen und Blockaden benennen, die Dich bislang zurückgehalten haben.
Selbsterkenntnis und Würdigung sind entscheidende Schritte, um Gottes Berufung für Dein Leben anzunehmen und danach zu handeln. Wenn Du lernst, Dich selbst durch Gottes Augen zu sehen – als geliebtes, einzigartiges Kind mit individuellen Gaben und Grenzen – wirst Du frei von verzerrten Selbstbildern und dem Druck, Dich über Leistung, Status oder Vergleich definieren zu müssen.
Diese innere Klarheit verändert Deine Leiterschaft. Sie ist die Grundlage, um andere authentisch und wirksam zu führen. Du triffst Entscheidungen nicht aus Angst, Ohnmacht oder dem Wunsch nach Anerkennung, sondern aus dem Bewusstsein Deiner Berufung und der Verantwortung, die Gott Dir anvertraut hat.
Mit dieser Haltung führst Du gelassener, weiser und authentischer. Du weißt, wer Du in Gottes Augen bist: nicht perfekt, aber geliebt, berufen und befähigt.
„Seht, was für eine Liebe
unser himmlischer Vater uns geschenkt hat,
nämlich, dass wir seine Kinder genannt werden –
und das sind wir auch!“
(1. Johannes 3, 1)
Wenn du diesen Weg gegangen bist, kannst Du auch andere stärken. Du begleitest sie darin, ihre Identität zu entdecken und ihre Gaben an den richtigen Orten einzubringen – dort, wo sie Frucht bringen. In der nächsten Etappe warten erste praktische Herausforderungen auf Dich.





